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Mit Ausnahme einiger Feinheiten ist das Gießen bei Colomi nicht schwieriger als bei anderen Substraten.

Beachtet werden sollte nur, dass Colomi gewissermaßen eine Art Mischung aus dem Fundament ist, dass die Pflanze stabil hält und zu einem bestimmten Grad das Wasser speichern kann.

Auf die Menge kommt es an.

Colomi wird überwiegend für das bepflanzen von Glasgefäßen verwendet, was auf seine dekorativen Farben zurück zu führen ist. Dies erfordert jedoch, dass hier mit Bedacht gegossen werden muss, da die Orchideenwurzel selbst es zwar gerne feucht hat gleichzeitig Staunässe nicht entstehen darf.

Eine zweites sehr beliebtes Pflanzgefäß für Orchideen, nicht nur für Colomi, ist das sogenannte OrchiTop. Hier gilt, dass bei jedem Gießvorgang, der Untersetzer bis zum Rand gefüllt wird. Allerdings sollte dabei beachtet werden, dass der Abstand zwischen den Gießvorgängen ausreichend groß ist, dass die vorhandene Restfeuchtigkeit im Colomi selbst, nicht für zu nasse Bedingungen sorgt. Daher sollte zwischen einzelnen Gießvorgängen darauf geachtet werden, dass noch für ein bis drei Tage nicht nachgegossen werden sollte.

Dies gilt auch für das Glasgefäß, oder besser gesagt vor Allem für das Glasgefäß. Mir selbst ist es schon öfter passiert, dass ich dachte, jetzt ist wieder Zeit zum Gießen. Das hat zwar beim Großteil meiner Pflanzen gestimmt, doch Wasser hat die eine charakteristische Eigenschaft, die dazu führen kann, dass ein Gießfehler passiert. Gerade in Glasgefäßen ist es teilweise nicht erkennbar, dass noch Wasser vorhanden ist. So kann es durchaus passieren, dass obwohl sich am Glasboden noch Wasser befindet, noch mehr Wasser dazu kommt. Ein bereits als Staunässe vorhandenes Problem wird dadurch nur größer.

Wie lässt sich die Staunässe vermeiden?

Zum Einen natürlich durch genaues Hinschauen. Doch das kann leichter gesagt als getan sein, denn Wasser hat eben genau diese Eigenschaft, nämlich dass es durchsichtig ist. Das macht es nicht immer möglich auf den ersten Blick zu erkennen ob noch Wasser vorhanden ist.

Feuchtes Material ist dunkler

Ihr kennt sicher den Effekt, wenn Oberflächen nass werden. Sobald sie in Kontakt mit Wasser treten erscheinen sie merklich dunkler. Dieser Effekt ist zwar nicht auf jeder Oberfläche gleich stark, auch ist es von der Farbe abhängig. Doch wenn man ganz genau hinschaut, wird man eindeutige Unterschiede erkennen.

Genau diesen Effekt nutze ich bei der Kultur von Orchideen in Colomi aus. Doch Vorsicht, wie auf den folgenden Fotos zu erkennen ist, ist das beim weißen Colomi nicht einfach zu erkennen. Bei den meisten Farben ist der nasse und dunklere Teil sehr deutlich zu erkennen.

Wie können wir das nun für uns zu Nutze machen?

Meine Erfahrungswerte sind, dass solang das Colomi noch diese eindeutige Feuchtigkeit anzeigt, dass es noch nicht so dringlich ist mit dem Gießen. Wie lang das bei Euch zu hause dauert bis das Colomi sich wieder einheitlich trocken zeigt, müsst Ihr individuell für Euch herausfinden. Eine pauschale Zeitspanne kann und werde ich nicht nennen, denn das ist im letzten Schritt ungemein wichtig.

Für welche Orchideen gilt dieser Tipp mit dem dunkleren Colomi?

Wenn man es genau betrachtet, gilt das im Grunde für alle Orchideen. Doch das kann trügerisch sein.

Was mehr oder weniger pauschal bei Orchideenhybriden angenommen werden kann, kann gerade bei Naturformen heikel sein.

Hybriden und gerade die speziell gezüchteten Multihybriden, mit all ihren tollen Eigenschaften der Blühfreude und einfachen, fehlerverzeihenden Pflegebedingungen, können viel ertragen. Bei anspruchsvollen Naturformen kann schon die kleinste Unachtsamkeit oder Schwankung in der Kultur zum Verlust der Pflanze führen. Die Tipps, welche ich in diesem Artikel angesprochen habe, stellen also eine Möglichkeit dar leichter einzuschätzen wie viel Wasser bzw. Restfreuchtigkeit noch im Pflanzgefäß vorhanden ist.

Gerade bei Orchideenarten die es eher trocken oder eher nass mögen, muss die zugeführte Wassermenge und auch der Abstand zwischen den einzelnen Wassergaben entsprechend angepasst sein.

Dies gilt nicht nur bei den einzelne Gattungen, sondern auch für jede Arten innerhalb einer Gattung. Auf Grund der unterschiedlichen Herkünfte einzelner Arten, kann es sein, dass innerhalb einer Gattung die Kulturbedingungen sehr komplex und vielfältig sein können.

Vasen, OrchiTop und Pflanztöpfe

Für eine erfolgreiche Kultur ist das Pflanzgefäß an sich reine Nebensache, solang man sich an die Eigenheiten, des jeweiligen Topfes anpasst. Bei einem normalen Orchideentopf fließt das Gießwasser durch die Löcher am Boden direkt ab. Es wird zwar immer eine kleine Menge Wasser an der Topfwand und zwischen dem Substrat zurückbleiben, doch das wird schnell verbraucht sein.

Bei einer Vase ist es so, dass hier nichts abfließen kann und die Feuchtigkeit über die Wurzeln oder durch das Verdunsten wird über die Öffnung entweicht. Hier sind die Bedingungen welche ich unten beschreibe entscheidend, wie lang und wie viel Wasser notwendig ist.

Bei einem OrchiTop schaut es so aus, dass die Orchidee in der Regel über den Untersetzer mit Wasser versorgt wird, oder das Wasser von oben über das Substrat gegossen wird, bis der Untersetzer voll ist. Ist das Wasser komplett aus dem Untersetzer entweicht, wird noch eine gewisse Zeit gewartet. Dies kann zwischen ein bis drei Tage, im Winter auch länger, sein und erst dann wird wieder nachgegossen.

Eine Frage der Temperatur, Luftfeuchtigkeit und des Standorts

Ein weiterer Aspekt beim Thema richtig Gießen stellen die vorhandenen Bedingungen dar. Nicht jede Wohnung bzw. jedes Orchideenfenster ist gleich. So unterschiedlich die eigenen Vierwände gestaltet sind, so unterschiedlich sind auch die persönlichen Vorzüge beim Heizen, Lüften, Sonnenlicht usw.

Das was wir für richtig und wichtig erachten hat großen Einfluss darauf, wie oft gegossen werden muss. Während wir in unserem alten Bauernhaus andere Bedingungen haben, als Du in einem Neubau, Niedrigenergiehaus oder Hochhaus, sollte klar sein, dass ich nur handfeste Tipps für exakt meine Kulturbedingungen geben kann.
Natürlich sind diese problemlos übertragbar mit den entsprechenden Anpassungen. Diese müssen allerdings immer auch dahingehend optimiert sein, dass die Orchidee selbst nicht unnötig in Stress auf Grund komplett falscher Bedingungen kommt.

Wenn am jeweiligen Standort die Temperatur generell sehr hoch ist, dann trocknen Substrat deutlich schnell ab. Gleichzeitig führt dies zu trockener Luft und die Pflanze selbst fühlt sich nicht mehr wohl. Hier sollte nun nicht mit größeren Wassergaben gegengesteuert werden, sondern die Luftfeuchtigkeit erhöht werden. Das Gegenteil gilt, wenn es zu kühl ist. Dann hält sich das Wasser im Colomi deutlich länger und die Intervalle zwischen den Wassergaben müssen größer werden.

Stehen die Orchideen an einem Fenster mit hoher Sonneneinstrahlung kann dies dazu führen, dass das Colomi deutlich schneller austrocknet. Auch hier muss öfter gegossen werden und vor Allem auch darauf geachtet werden, dass dieser Standort nicht zu sonnig ist. Je nach verwendetem Gefäß, kann es in einer Vase richtig heiß werden und die Orchidee nimmt schaden.

An einem Nordfenster ziehen sich die Tage in die Länge, mangels Licht und niedrigeren Temperaturen fühlen sich hier Orchideen für den schattigeren Bereich so richtig wohl. Hier kann es mit dem Abtrocknen sehr lang dauern, zu frühes gießen, weil man gerade die Orchideen am Südfenster gegossen hat, kann hier schnell zu einem Sumpf für die Wurzeln sorgen.

Mein Tipp an dieser Stelle

Habt Ihr mehrere Orchideenfenster oder Orchideenarten mit unterschiedlichen Bedingungen und Ansprüchen, dann teilt Euch die Kultur ein, so dass Ihr Euch feste Termine für das jeweilige Fenster oder die entsprechenden Orchideen vornehmen könnt. So kommt Ihr nicht durcheinander und den Orchideen wird es so wesentlich besser gehen.

Ihr habt noch Fragen, Kritik und Anregungen?

Schreibe alles hier unter diesem Beitrag in die Kommentare. Lass mich wissen, wenn Du andere Erfahrungen gemacht hast oder wenn Dir einer der Tipps gefallen hat. Ich freue mich auf eine reges Miteinander!