Gelbe Frauenschuh Oder Gelb-Frauenschuh (Cypripedium Calceolus)

Direkt am Wegesrand liegt das Paradies für jeden Orchideenliebhaber, doch bis wir dort ankommen, ist zunächst der Weg das Ziel.

Es gibt nicht mehr viele Standorte des Gelben Frauenschuh (Cypripedium calceolus)

Wir befinden uns mitten in Deutschland, einem weniger tropischen Land auf dieser Erde und doch auch hier gibt es Schönheiten, die sich nicht vor den exotischen Orchideen scheuen müssen.

Ich spreche hier vom Gelben Frauenschuh, der in botanischen Kreisen unter der Bezeichnung Cypripedium calceolus bekannt ist. Es gibt nicht mehr viele Standorte in Deutschland, wo dieser Frauenschuh in großen Beständen vorkommt. Viel mehr sind es vereinzelte Stellen. Unter guten Bedingungen und vorausgesetzt, der Mensch hält die Finger still, können sich diese wunderbaren Pflanzen zu beeindruckenden Horsten entwickeln.

Zwar ist das Exemplar, welches Ihr hier gerade sehen könnt, schon am Verblühen. Dennoch zeigt es, wie beeindruckend groß sich so eine Pflanze entwickeln kann, wenn man sie lässt. Dieses Exemplar wächst erstaunlicherweise direkt am Wegesrand. Es ist deshalb so erstaunlich, da aufgrund der Begehrtheit dieser Orchideen Menschen dazu neigen solche Pflanzen auszugraben.

Frauenschuhe ausgraben verboten!

Der Gelbe Frauenschuh steht unter Naturschutz und das sogar besonders streng. Doch auch, wenn es erlaubt wäre, würde die ausgegrabene Pflanze nach kurzer Zeit eingehen, denn der notwendige Mykorrhizapilz ist am neuen Standort nicht vorhanden. Selbst wenn ein Teil des Myzels vom ursprünglichen Standort zum neuen verlagert wird, wird er sich dort nicht ansiedeln.

Wesentlich besser für die Natur ist es, wenn Ihr den Gelben Frauenschuh aus gärtnerischer Vermehrung kauft, dann ist auch gewährleistet, dass dieser bei Euch im Garten erfolgreich anwächst.

Wo kann man den Gelben Frauenschuh entdecken?

Der Gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus) wächst verteilt an zahlreichen Orten des Alpenraums, auch in den Mittelgebirgen kann er gefunden werden. Hilfreich ist ein geschultes und trainiertes Auge. Denn nur so kann der Gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus) schnell und einfach entdeckt werden. Über die Jahre konnte ich einige Standorte entdecken und feststellen, dass diese Orchidee gar nicht so selten ist, Du aber ein gutes Auge benötigst.

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Gerade, wenn die Orchideen nicht am Blühen sind, ist es nicht einfach sie zu erkennen, denn dann verschwinden sie zwischen den Blättern der anderen Pflanzen.

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Die größten und schönsten Exemplare habe ich in höheren Lagen entdeckt. Es ist zwar nicht notwendig, diese Anstrengung auf sich zu nehmen, aber sie lohnt sich. Immerhin gibt es auch Standorte, die einfach zu erreichen sind. Doch so bekommt man ein Gefühl dafür, wie sehr die Pflanzenwelt der Alpen geschützt werden muss. Denn diese raue Natur fordert einiges ab von seinen Bewohnern und dieses System durch menschliche Eingriffe zu stören, ist sehr dramatisch für alle beteiligten.

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Er ist einfach wunderschön anzuschauen. Der Gelbe Frauenschuh kann beachtliche Größen erreichen, mit einer Vielzahl an Blüten. Er ist zwar das ganze Jahr anzutreffen. Im Winter zieht er sich jedoch komplett zurück, vergleichbar mit Tulpen und treibt im Frühjahr, je nach Witterung neu aus. Die Hauptblütezeit liegt in den Monaten Mai und Juni, wobei sich dieser Zeitraum auf Grund der Witterungsverlauf verschieben kann. Solang an den Standorten noch Schnee liegt, wird man keinen Frauenschuh entdecken. Ist das Wetter bereits früh im Jahr sehr warm, dann kann es auch schon vorkommen, dass zu den gewohnten Zeiten, die Blüte längst vorbei ist.

Die Welt des einheimischen Frauenschuhs ist spannend, was auch für die anderen einheimischen Orchideen gilt. Viele Faktoren müssen zusammen wirken, dass wir ihn überhaupt zu Gesicht bekommen.

Besteht die Möglichkeit, dass ich eine Tour in den die Orchideenwelt der Alpen führe?

Ja, diese Möglichkeit besteht in der Tat. Denn während meiner Ausbildung zum Tourenführer beim Deutschen Alpenverein konnte ich bereits einige Orchideen in den Alpen entdecken. Diese Touren sind jedoch konditionell anspruchsvoll, sie lohnen sich jedoch. Denn dabei sind Eure Vorteile, dass Ihr die Welt der Alpen völlig anders erleben könnt, als es andere Touren anbieten. Hier zählt nicht zwingend, dass wir einen Gipfel erreichen, sondern, dass wir die Natur erleben, mit allen Sinnen.

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Ich habe es bei jeder Tour immer wieder erlebt, dass viele kaum beachten, was am Wegesrand wächst und selbst die größten Gelben Frauenschuhe am Wegesrand nicht gesehen haben. Daher ist mein Tourenkonzept so, dass ich auf die Pflanzen und Tiere am Wegesrand aufmerksam mache. Ihr glaubt nicht, was ihr alles zu sehen bekommt. Auch sind diese Touren ein Augenöffner dafür, was Natur wirklich bedeutet und wie unbedeutend unser Handeln doch eigentlich ist, obwohl unser Tun uns im Alltag so wichtig erscheint.

Gerade Menschen, die in ihrem Alltag sehr viel Druck, Verantwortung und all die ganzen Themen ausgesetzt sind, werden von diesen Naturerlebnissen profitieren.

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Wo kann ich den gelben Frauenschuh kaufen?

Der Bedarf an wüchsigen Frauenschuhen für den eigenen Garten wurde inzwischen von zahlreichen Orchideen-Gärtnereien entdeckt. Bei diesen findest Du nicht nur den gelben Frauenschuh, sondern auch noch andere Sorten und Arten. Unter idealen Bedingungen können sich diese Orchideen bei Dir zu beeindruckenden Stauden entwickeln.

Welche Bedingungen benötigt der Frauenschuh im Garten?

Der Gelbe Frauenschuh erreicht Größen zwischen 15 und 60 cm, seltener auch mehr. Dies hängt zum einen vom Alter der Pflanze und den herrschenden Bedingungen ab. Ebenfalls ist die Nährstoffversorgung entscheidend und der Standort wirkt sich auf das Alter der Pflanze unmittelbar aus. Der Gelbe Frauenschuh bevorzugt kalkhaltigen Untergrund und bevorzugt Waldlichtungen, sowie grasige Stellen im Laub-, Misch- und Nadelwald unter halbschattigen Bedingungen. Ein vollsonniger Standort wird nicht vertragen.

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Der ideale Standort ist halbschattig bis schattig als Unterpflanzung ebenso möglich, wie auch solitär zwischen großen Sträuchern oder Bäumen. Einen trockenen, zu sonnigen Standort findet der Frauenschuh nicht gut. Ausgepflanzte Exemplare sollten je nach örtlichen Bedingungen mit Kalk zusätzlich gedüngt werden.

Der Gelbe Frauenschuh ist ein Rhizom-Geophyt, der sich über das Rhizom weiter ausbreiten und so sehr große Horste ausbilden kann. In der Natur bildet der gelbe Frauenschuh eine Symbiose mit einem Pilz aus der Gattung Rhizoctonia. Diese Symbiose versorgt den Frauenschuh bis zu vier Jahre, bevor überhaupt das erste Blatt erscheint. Bis zur Blühreife kann es bis zu 16 Jahre dauern. Dies ist auch ein weiterer Grund, weshalb diese Pflanzen in der Natur nicht geschädigt werden soll, da es eine extreme Leistung ist, was die Pflanze bis dahin vollbringt.

Der Standort sollte nicht zu schattig sein, denn der fehlende Reiz durch das Sonnenlicht führt dazu, dass die Blütenbildung ausbleiben kann.

Wie erfolgt die Bestäubung beim gelben Frauenschuh?

Der Gelbe Frauenschuh zählt zu den sogenannten Kesselfallenblumen. Was zu nächst nach fleischfressender Pflanze klingt, hat damit zwar eine Gemeinsamkeit, nämlich das Fangen von Insekten, wie z.B. Sandbienen. Im Gegensatz zu fleischfressenden Pflanzen, wird das Insekt jedoch nicht verdaut, sondern dazu gezwungen, wenn nicht sogar genötigt, die Bestäubung zu gewährleisten. Die Methode des erzwungenen „Sex“ ist typisch für die Pflanzenfamilie der Orchideen. Viele Arten täuschen ihre Bestäuber damit, dass das vermeintliche Vergnügen auf der Blüte stattfinden kann, nur um am Ende selbst davon zu profitieren. Der getäuschte Bestäuber lässt sich davon nicht beirren und fliegt direkt zur nächsten Blüte.

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