Euchile Mariae

Die Orchideengattung Encyclia hat Platz in jeder Orchideensammlung. Gerade einmal 120 Arten werden der Gattung Encyclia zugeordnet. Somit ist sie eine recht überschaubare Orchideengruppe.

Encyclia stammt ursprünglich aus Mittel und Südamerika. Genauer aus den tropischen und subtropischen Regionen Mittelamerikas, bis hin zur Karibik, von Mexiko über Brasilien bis nach Paraquay und Argentinien. Auch in der Karibik ist diese Encyclia heimisch, sogar in Florida sind zwei Arten zu finden.

Ich hatte es in einem der letzten Beiträge erwähnt, dass wir eine Reise nach Mittelamerika unternehmen werden. Die Gattung Encyclia unterscheidet sich auf den ersten Blick wenig von ihren nahen Verwandten den Cattleya und Laelia. Doch sobald sie mit ihren Blütentrauben und zahlreichen meist eher grünlichen Blüten in Erscheinung treten, dann gibt sie sich einfacher zu erkennen.

Gründliche Blüten klingt nicht gerade spannend, doch was für uns eher weniger beeindruckend ist, ist für ihre Bestäuber ein wahres Feuerwerk der der Werbetafeln.

Allerdings sollte Encyclia nicht sofort wegen ihrer eher unscheinbaren Blüten ignoriert werden.

Denn, was sie an „Energie“ bei der Farbe einspart spielt sie bei der Anzahl der Blüten wieder rein. Encyclias bildet meist lange Blütentrauben mit unzähligen Blüten aus, so dass andere Orchideengattungen das Nachsehen haben.

So kam es auch schnell dazu, dass gerade Encyclia, die einfach mit Cattleya kreuzbar ist, gerne für die Züchtung eingesetzt wird. Denn was Encyclia an Farbe fehlt, bringt eine Cattleya mit und so kann mit etwas Geduld und züchterischer Arbeit aus einer Cattleya mmmit wenigen Blüten eine vielblütige Epicattleya werden.

Ich muss Euch gestehen, dass ich diese Kreuzung zwar schon lang kenne, doch erst kürzlich für mich wieder entdeckt habe.

Deutlich farbenfroher trifft es wirklich. Aber warum sollten wir die Orchideengattung Encyclia in eine solche Nebenrolle der Pflanzenzüchtung stecken. Hat sie doch durchaus Potential sich selbst regelrecht ins Rampenlicht zu katapultieren.

Ich glaubt mir sicher nicht, dass wenn ich Euch im Folgenden gleich zeige, welches Potential Encyclia auch ohne Züchtung bietet. Doch gerade diese Arten innerhalb der Gattung Encyclia sind es, die in der Kultur und Pflege sehr anspruchsvoll sind. Mehr Leuchtkraft und Farbe als eine Encyclia vitellina kann es in der Gattung gar nicht geben.

Doch so schön diese Orchidee auch ist, so schwer ist sie auch in der Pflege.

Encyclia vitellina stammt ursprünglich aus Mexiko, Nikaragua und Honduras. Sie bevorzugt Eichen, Kiefern und Buschwerk, welche um Lavaströme und Nebelwälder wachsen. Sie ist in Höhen zwischen 1400 und 2600 Metern anzutreffen und bevorzugt somit kühl bis kalte Temperaturen. Ihre Hauptblütezeit erstreckt sich vom Frühjahr bis in den Herbst. Genau die kühlen Temperaturen sind es meist, die die Kultur bei uns auf der Fensterbank schwierig machen. Selbst eine kleine Pflanze lässt sich nicht anpassen, die genetischen Vorgaben sind einfach zu strikt.

Hat man einen kalten Hausflur oder kalten Wintergarten, dann kann es gelingen, aber auch nur, wenn es im Sommer nicht zu heiß wird. Viele Orchideen aus den kühlen Bereichen haben es bei uns schwer einfach gepflegt zu werden.

Praktisch gleich verhält es sich bei der zweiten farbenfrohen Art der Encyclia citrina. Diese Art hat einen deutlich kleineres Verbreitungsgebiet und ist nur in Zentral- bis Südmexika heimisch. Die Kulturbedingungen sind vergleichbar mit ihrer Schwester Encyclia vitellina. Der Vorteil hier ist, dass wenn man eine davon bereits erfolgreich in Kultur hat und das schon über längere Zeit (2-3 Jahre) dann steht der Kultur der anderen deutlich weniger im Weg.

Die Botaniker und ihre Gattungsnamen

Kommen wir zum Schluss noch auf einen Punkt zu sprechen. Nicht nur die Gattung Encyclia hat in den letzten Jahren eine Namensänderung erfahren, sondern innerhalb der botanischen Namensgebung sorgen einzelne Merkmale immer wieder für eine Neueinteilung und somit neue Namen.

Encyclia nennten sich inwischen Prosthechea, hier ändert sich an sich nur der Name, die Pflege bleibt gleich. Jedoch dauert es immer wieder bist sich neue Namen einbürgern und man unterumständen verwundert ist, dass man unter der alten Bezeichnung nichts mehr findet,


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