Orchideen besprühen: Täglich oder schädlich?

Tägliches Besprühen von Orchideen ist ein weit verbreiteter Mythos. Erfahren Sie, warum diese Praxis oft schädlich ist und welche besseren Methoden zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit existieren.

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Orchideen besprühen gehört zu den häufigsten Pflegefehlern bei der Orchideenkultur. Viele Orchideenliebhaber greifen täglich zur Sprühflasche, ohne zu wissen, dass dies ihren Pflanzen mehr schadet als nützt. Besonders bei beliebten Arten wie Phalaenopsis kann übermäßiges Sprühen zu gefährlicher Herzfäule führen. In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, warum tägliches Besprühen problematisch ist und stelle Ihnen effektivere Methoden zur optimalen Luftfeuchtigkeitsregulierung vor. Ihre Orchideen werden es Ihnen mit gesundem Wachstum und prächtigen Blüten danken.

Schon seit Jahren lese ich in vielen Orchideenforen n oder auch in Blogbeiträgen, dass der Orchideenliebhaber seine Pflanze täglich besprüht.

Ich muss gestehen, dass ich das zeitweise während des Studiums auch immer wieder versucht habe. Doch die Zeit dazu hatte ich definitiv nicht immer. Wie kann das bitte funktionieren und wozu soll das gut sein?

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Ja, es gibt Arten, die…!

Vereinzelt mag es Orchideenarten geben, die eine extreme Feuchtigkeit benötigen, gerade zu brauchen, um zu überleben. Doch das ist im Vergleich zur Artenvielfalt ein kleiner Teil, der bei den meisten an der Fensterbank kultivierten Orchideen nicht vorhanden ist.

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Seit ich mich mit Orchideen beschäftige habe ich im Vergleich zum täglichen Besprühen, wirklich sehr selten gesprüht. In den Wintermonaten bei weniger Licht und niedrigeren Temperaturen kann sprühen auch schädlich sein. Das liegt daran, dass die zusätzliche Feuchtigkeit sich z.B. im Herzblatt von Phalaenopsis sammelt und durch nicht schnelles abtrocknen zu Fäulnis führen kann. Dies bemerkt man meist erst Wochen oder Monate später und führt es nicht auf das Sprühen zurück.

Bei Orchideenfenstern mit viel warmer und trockener Heizungsluft ist Sprühen ohnehin ein Tropfen auf den heißen Stein. Kaum gesprüht schon verdunstet und die Orchidee kann das Nass nicht einmal aufsaugen.

Viel besser als tägliches sprühen und vor allem wesentlich weniger Aufwand ist es, die Luftfeuchtigkeit im Bereich der Pflanzen grundsätzlich zu erhöhen.

Dazu müssen die Orchideen einfach auf einer „Verdunstungsschale“ platziert werden. Hierfür kann ganz einfach ein Untersetzer oder eine Schale dienen, die genau auf die Fensterbank passt, in diese füllt man Seramis, Colomi oder Lava. Also ein mineralisches Substrat, das Wasser halten kann, gleichzeitig die Orchidee von der Staunässe fernhält und nicht allzu schnell dafür sorgt, dass sich hier andere Organismen ansammeln. Ein regelmäßiger Austausch des Substrates in der Schale und das Putzen der Schale selbst sind empfehlenswert, damit die Chance für eine Ansiedlung unterschiedlicher Organismen weiter eingeschränkt wird.

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Ich bin definitiv kein Freund von zusätzlichem Sprühen. Zum einen aus Zeitgründen und zum anderen, da es in den meisten Fällen einfach zu viel des Guten und auch der Anfang des Dahinscheidens der Orchidee sein kann.

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Wer jetzt dennoch gerne mal sprüht und spätestens beim Thema Pflanzenschutz wird sie ohnehin erforderlich.
Hier gibt es Sprühflaschen.

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Häufige Fragen

Warum ist tägliches Besprühen problematisch?

Weil Wasser in Blattachseln und der Herzkrone der Phalaenopsis stehenbleibt und dort Pilzbefall (Herzfäule) verursacht. Diese ist meist tödlich — die Pflanze bricht in der Mitte weg.

Sollte man Orchideen nie besprühen?

Nicht ’nie‘, aber selten und gezielt. Wenn überhaupt, dann früh am Morgen (damit die Blätter bis abends abtrocknen können) und nur auf Blätter, nie in die Krone.

Wie erhöht man die Luftfeuchte richtig?

Wasserschalen unter/neben den Pflanzen, Luftbefeuchter im Raum, Pflanzen gruppieren (sie befeuchten die Luft gegenseitig). Bei sehr trockenem Winter-Klima ein Hygrometer nutzen und gezielt gegensteuern.

Was tun bei bereits eingesetzter Herzfäule?

Sofort trockenlegen (Wasser aus Krone entfernen), betroffenes Gewebe abschneiden (mit sterilem Werkzeug), Schnittstelle mit Zimt oder Holzkohle desinfizieren. In vielen Fällen ist die Pflanze aber nicht mehr zu retten — Vorbeugung ist entscheidend.

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