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Wie ein Kapitän, der auf seinem großen Schiff versuchst Du den richtigen Kurs zu finden, benötigt eine dauerhafte Kultur von Orchideen das richtige Fenster. Doch nicht immer führt das vermeintlich richtige auf Dauer auch ans Ziel.

„Im Osten geht die Sonne auf, — halbschattig, warm – kühl
im Süden ist ihr Mittagslauf, — vollsonnig, warm & heiß
im Westen will sie untergehen, — halbschattig, kühl – warm
im Norden ist sie nie zu sehen.“ — schattig, kühl

Diesen Reim sollte jeder Orchideen-Liebhaber kennen. Jetzt ist es jedoch so, dass nicht jeder das gleiche Orchideenfenster hat. Oder gar die optimalen Bedingungen, selbst wenn es ansonsten ein großartiges Fenster ist. Grundlegend ist die Fensterfrage nicht nur von der Sonne abhängig, sondern auch von der Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Fensterbank, Luftzirkulation usw..

Wenn wir von Orchideen sprechen, dann ist meist von den Pflanzen die Rede, die wir im Geschäft vor Ort kaufen können. Dies sind in aller Regel Orchideen der Gattung Phalaenopsis. Darüber hinaus handelt es sich größtenteils um Züchtungen, die entsprechend ihren einfachen Kulturbedingungen ausgewählt wurden. Das bedeutet zwar, dass diese Pflanzen deutlich mehr Pflegefehler verzeihen und auch unter ungünstigen Bedingungen zurechtkommen. Doch gedeihen auch diese Orchideen besser, wenn sie entsprechend hell gepflegt werden.

Sobald es sich um die Kultur bestimmter Gattungen handelt, muss hier differenziert werden. Nicht alle Orchideen lieben es, wenn der Standort hell ist. Es gibt Orchideen, die geradezu schattige Standorte suchen.

Auch wenn für die meisten Orchideen direktes Sonnenlicht zu einem Problem wird und dazu zählt vor allem die Gattung Phalaenopsis, mit ihren großen dicken Blättern. Sollte ein Fenster gewählt werden, wo das Maximum an Licht geboten wird. Zur Vereinfachung stellen wir uns vor, die Pflanzen würden unter Kunstlicht kultiviert. Dann sollte hier die hellste Lampe über der Pflanze sein, so dass sie leicht an diesen wichtigen Wachstumsfaktor kommen kann. Dies führt zum einen zu gesünderen Pflanzenzellen, stabilerem Wuchs und blühfreudigeren Orchideen.

Wenn der Winter nicht wäre

Der Winter hat bei uns einen entscheidenden Einfluss auf die Lichtmenge. Meist sind unsere Winter wolkenbehangen und von der trüben Erscheinung.

Hier können Fenster, die über die Sommermonate optimal sind, schnell deutlich zu dunkel werden. Nun kann, falls vorhanden, ein anderes Fenster genutzt werden. Besteht die Möglichkeit, dass zum Beispiel die Orchideen vom Ost- oder Westfenster zu einem Südfenster wechseln können, wäre das eine Möglichkeit, die Bedingungen zu verbessern.

Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass selbst über die dunkle Jahreszeit die Sonne, sobald der Himmel klar ist, sehr intensiv sein kann, was durch ein Glasfenster nochmals verstärkt wird. Gleichzeitig passt die Pflanze ihre Zellen an die licht ärmere Zeit an und daher müssen um platzierte Orchideen schattiert werden, damit es zu keinen Verbrennungen kommt.

Trockene Heizungsluft bei Orchideen vermeiden

Im Winter wird geheizt und somit zirkuliert in unmittelbarer Nähe der Heizung trockene Luft. Meist befinden sich die Heizungen direkt unter dem Fenster, also genau da wo sich die Pflanzen befinden, die keine trockene Luft wollen.

Je nach Anzahl der Pflanzen und vorhandenem Platz auf der Fensterbank gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.

Eine davon ist das Verwenden von großen Übertöpfen. Auf den Boden der Töpfe legt man Steine oder Blähton, sodass die Orchidee selbst nicht im Wasser steht. Nach jedem Gießen kann das überschüssige Wasser abtropfen und verdunstet dann anschließen, an der Orchidee vorbei, aus dem Übertopf.

Die zwei Möglichkeiten, welche gerade bei mehreren Pflanzen sinnvoll ist, sind passende Wasserschalen für die Fensterbank. Sollte die Schale in der Breite nicht passen, muss die Fensterbank mit einem Brett verbreitert werden. Es gibt Schalen, welche ein passendes Kunststoffgitter am Boden haben, alternativ kann dieses Gitter auch durch zum Beispiel Blähton ersetzt werden. Nun gießt man Wasser in die Schale, stellt die Pflanzen rein und hat so die Luftfeuchtigkeit um die Pflanze herum deutlich erhöht. Wichtig ist es auch hier darauf zu achten, dass die Pflanzen nicht mit den Wurzeln im Wasser stehen.

Denn was wir überhaupt nicht wollen ist, dass wir aufgrund einer guten Idee, der Pflanze schaden.

Für die meisten Orchideen ist ein Ost- oder Westfenster ideal. Ich persönlich habe fast nur südlich ausgerichtete Fenster zur Verfügung. Hier muss ich genau aufpassen welche Orchideengattungen ich dort kultiviere. Gattungen wie Odontoglossum, Vanda, Isochilus, Cattleya, Encyclia und Epidendrum gedeihen dort ohne Schattierung gut. Doch auch mit Schattierung kann ich an diesen Fenstern durchaus empfindliche Orchideen pflegen.

Zum Schattieren kann es ausreichen, wenn die Pflanzen ein Stück weiter im Raum und nicht direkt an der Scheibe stehen. Auch ein heller, dünner Vorhang kann bereits sehr hilfreich sein und einige der starken Sonnenstrahlen abfangen.

Ost

Orchideen die gerne halbschattig wachsen

Dendrobium,
Phalaenopsis,
Dichaea, Encyclia, Frauenschuh,
Süd
das hellste und wärmste Fenster, selbst im Winter noch mit dem meisten Licht.
Hier fühlen sich viele Arten, Gattungen und deren Kreuzungen wohl, die von Natur aus an sehr helle und exponierte Standorte angepasst haben.

Das Zählen allen voran:
Vanda, Ascocentrum, Renanthera, Rynchostylis und Verwandte, die ohne ausreichend Licht kaum zur Blüte kommen.

Cattleya, Laelia, Schomburggkia und Epidendrum
Oncidium (dickblättrige), Tolumnia
Coelogyne
um nur die bekanntesten zu erwähnen.
West
siehe Ostfenster
Nord

Orchideen für das dunkle Orchideenfenster sind,
Miltonia, Oncidium, Odontoglossum und Rossioglossum
Aerangis
Masdevallia, Dryadella, Bulbuphyllum, Pleurothallis, wobei diese auch am West und Ostfenster gedeihen können.

Eine Frage der Temperatur

Bei Orchideen ist nicht nur das Licht ein wichtiger Faktor, der für ein Fenster spricht. Gerade auch an sehr sonnigen Fenstern, kann die Temperatur deutlich ansteigen, was für eher kühl zu pflegenden Pflanzen schlecht ist. Das Gleiche gilt im Umkehrschluss für wärmeliebende Orchideen, diese würden sich an einem kühlen Nordfenster mit Zusatzlicht auch nicht wohlfühlen.

Neben der Tatsache, dass die Lichtausbeute stimmen muss, sind also auch andere Faktoren entscheidend, dass sich eine Orchidee richtig wohlfühlt.
Dazu zählt Düngen, Gießen, Luft, Temperatur und Licht.

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