Renanthopsis ‘Mildred Jameson’ ist keine zufällige Züchtung, sondern eine Orchidee mit klar dokumentierter Geschichte. Die Hybride wurde 1969 registriert und geht auf eine gezielte Kreuzung zwischen Renanthera monachica und Phalaenopsis stuartiana zurück – zwei Arten aus den Philippinen. Ziel dieser Verbindung war es, die leuchtende Blütenfarbe und aufrechte Blütenform der Renanthera mit der etwas kompakteren Wuchsform und besseren Kulturfähigkeit der Phalaenopsis zu kombinieren.
Das Ergebnis ist eine auffällige, aber gut kultivierbare Orchidee mit monopodialem Wuchs. Sie bildet einen halbhohen Stamm, an dem dunkelgrüne, leicht nach unten gebogene Blätter sitzen. Mit zunehmendem Alter wirkt die Pflanze stabil und kräftig, fast ein wenig wie eine kleinere, kulturtaugliche Vanda-Variante.


Die Blütezeit liegt häufig im Winter oder zeitigen Frühjahr. Dann erscheinen verzweigte Blütenstände mit mehreren, oft zahlreichen Einzelblüten. Farblich dominieren gelbliche Grundtöne, die mit orange- bis rotbraunen Punkten überzogen sind. Die Tepalen sind weit geöffnet, wodurch die Blüten beinahe flach wirken und ihre Zeichnung besonders gut zur Geltung kommt. Neben der intensiven Optik besitzt die Hybride einen leichten, angenehmen Duft, der sie zusätzlich attraktiv macht.
Ein bekannter Klon dieser Hybride ist ‘Bonsall’, der sowohl in den USA als auch in Deutschland ausgezeichnet wurde und maßgeblich zur Verbreitung der Pflanze beigetragen hat.
Kulturbedingungen – warm, hell und luftig
Als Nachkomme zweier wärmeliebender Eltern bevorzugt Renanthopsis ‘Mildred Jameson’ einen hellen und warmen Standort. Sie eignet sich gut für die Wohnraumkultur, sofern ausreichend Licht vorhanden ist. Direkte Mittagssonne im Hochsommer sollte vermieden werden, doch Morgen- oder Abendsonne wird gut vertragen. In den dunkleren Monaten kann sie meist unbeschattet stehen.
Die Temperaturen sollten ganzjährig im warmen Bereich liegen. Besonders wichtig ist, dass sie nachts nicht dauerhaft unter etwa 16–18 °C fällt. Eine gute Luftbewegung unterstützt die Pflanzengesundheit, vor allem bei höherer Luftfeuchtigkeit.
Beim Gießen orientiert man sich idealerweise an den Wurzeln. Werden diese silbrig-weiß, ist es Zeit für Wasser. Ein durchdringendes Wässern oder Tauchen mit anschließendem vollständigem Abtrocknen des Substrats hat sich bewährt. Staunässe wird nicht vertragen, da die Wurzeln viel Sauerstoff benötigen. Ein mittelgrobes bis grobes Rindensubstrat sorgt für ausreichende Durchlüftung und Strukturstabilität.
Im Winter ist trockene Heizungsluft oft problematischer als kühlere Temperaturen. Eine moderate Erhöhung der Luftfeuchtigkeit – beispielsweise durch Wasserschalen in Pflanzennähe – ist meist effektiver als häufiges Besprühen, das bei fehlender Luftbewegung zu Problemen führen kann.
Eine Hybride mit bleibendem Wert
Renanthopsis ‘Mildred Jameson’ vereint tropische Farbintensität mit erstaunlicher Kulturstabilität. Ihre klare genetische Herkunft, die dokumentierte Registrierung und die vielfach ausgezeichneten Klone machen sie zu einer geschichtlich interessanten wie auch gärtnerisch lohnenden Orchidee.
Wer helle Standorte bieten kann und Freude an charakterstarken Blüten mit Musterung hat, findet in dieser Hybride eine Pflanze, die nicht nur dekorativ wirkt, sondern auch ein Stück Orchideenzüchtungsgeschichte auf der Fensterbank repräsentiert. 🌿
Quelle: https://orchidee.de/renanthopsis-mildred-jameson/















