Klebrige Tropfen an der Orchidee richtig deuten

Klebrige Tropfen an Orchideen sind entweder Pflanzensaft oder Honigtau von Läusen. So unterscheidest du beides und handelst richtig.

Klebrige Tropfen an der Orchidee richtig deuten

Erst mit dem Klick auf das Vorschaubild wird das Video von YouTube geladen. Dabei werden Daten an YouTube übertragen.

Klebrige, durchsichtige Tropfen auf Blättern oder am Blütentrieb sind nicht automatisch Schädlingsalarm. Sie schmecken süß, weil es Pflanzensaft ist, mit Zucker und Mineralien darin. Dahinter stecken zwei völlig verschiedene Ursachen, und die Unterscheidung entscheidet darüber, ob du überhaupt etwas tun musst.

Die erste Ursache ist die Pflanze selbst. Wenn der Wurzelbereich deutlich wärmer ist als die Luft und die Luftfeuchte gleichzeitig hoch liegt, funktioniert der passive Wassertransport nicht mehr. Die Orchidee muss ihn dann aktiv steuern und scheidet dabei zuckerhaltige Tropfen aus. Das ist kein Schaden, sondern Regulation.

Die zweite Ursache sind Läuse. Sie stechen mit ihrem Rüssel ins Blatt, saugen Saft und scheiden den Überschuss wieder aus. Dieser Honigtau sieht dem Pflanzensaft zum Verwechseln ähnlich.

Der Unterschied liegt deshalb nicht im Tropfen, sondern daneben. Kontrolliere Blattunterseiten, Blattachseln und Triebe auf Läuse und Häutungsreste. Findest du nichts und ist die Pflanze sonst gesund, war es Pflanzensaft. Kehren die Tropfen immer wieder und sitzen Tiere darunter, ist es Befall.

Reinigen lässt sich beides mit einem Mikrofasertuch oder festem Küchenpapier, das keine Fusseln hinterlässt. Gegen Läuse reicht oft eine Seifen- oder Spirituslösung, chemische Mittel sind der letzte Schritt und nicht der erste.

Ein Hinweis noch: Hast du vorher mit einem Pflanzenschutzmittel gesprüht, steckt dessen Wirkstoff auch im ausgeschiedenen Saft.

Auf YouTube ansehen