Orchideen in Gefahr, was können wir wirklich tun?
Orchideen gehören zu den faszinierendsten Pflanzen der Welt – doch viele Arten und ihre natürlichen Lebensräume sind bedroht. In diesem Video geht es darum, warum Orchideen in Gefahr geraten und was j

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Diese Phalaenopsis sah aus wie ein Fall für die Biotonne. Trockene Blätter, ein schrumpeliges letztes Blatt, ein vertrockneter Blütentrieb. Im Video schaue ich mir die Pflanze Schritt für Schritt an und zeige, wie ich sie rette.
Die Ursache finden
Die Wurzeln im Colomi waren überwiegend gesund, Substrat und Wurzeln schieden als Ursache also aus. Der eigentliche Grund saß im Blattherz. Dort waren weiße Punkte zu sehen, ein Befall mit Woll- und Schmierläusen, der zu lange unbemerkt geblieben war.
So gehe ich vor
- Vertrocknete Blätter entfernen. Am einfachsten geht das, wenn man sie vorne längs spaltet und nach links und rechts abzieht.
- Den vertrockneten Blütentrieb abschneiden. Er bringt der Pflanze nichts mehr.
- Die Pflanze aus dem Glas ziehen. Aus Colomi löst sie sich fast vollständig, das Substrat lässt sich danach wiederverwenden.
- Braune, hohle Wurzeln mit einer spitzen Schere entfernen. Bei unsicheren Wurzeln hilft ein kleiner Anschnitt: ist das Innere grün, bleibt die Wurzel dran.
- Läuse absammeln, so gut man hinkommt.
Den unteren Teil der Pflanze schneide ich bewusst nicht ab, obwohl sich dort Läuse verstecken können, denn er trägt noch gesunde Wurzeln. Hätte die Pflanze deutlich weniger Wurzeln, würde ich das Blatt halbieren, um die Verdunstung zu verringern. Ein gutes Zeichen ist das neue Herzblatt, das sich bereits bildet.
Wieder einpflanzen und behandeln
Das Glas spüle ich nur grob aus. Gründlich reinigen muss man es nur, wenn sich Moos oder Algen gebildet haben. Beim Einpflanzen sollten ein bis zwei Wurzeln bis zum Glasboden reichen, dann kommt das alte Colomi wieder hinein. Eine größere Lücke stopfe ich vorsichtig mit einem Holzstäbchen nach.
Gegen die Läuse habe ich im Video einen Rest Neemöl in Wasser verdünnt und über die Pflanze gegossen. Der wirksame Bestandteil ist Azadirachtin, ein Limonoid aus dem Samen des Neembaums, das die Häutung und Entwicklung saugender Insekten stört. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass selbst gemischte Neemöl-Lösungen in Deutschland nicht als Pflanzenschutzmittel verwendet werden dürfen. Wer mit Neem behandeln möchte, nimmt ein zugelassenes Mittel mit dem Wirkstoff Azadirachtin, das es auch für den Hausgarten gibt. Der Wirkstoff wird teilsystemisch in der Pflanze verteilt und erreicht so auch Läuse, die man nicht direkt trifft. Weil die Eier oft nicht erwischt werden, ist eine zweite Behandlung nach etwa zwei Wochen sinnvoll, im Rahmen der Gebrauchsanweisung.
Kapitel im Video
- 00:00 Orchidee in Gefahr
- 00:30 Ursache erkennen
- 01:30 Blütentrieb prüfen
- 03:10 Substrat beurteilen
- 04:10 Beschädigte Wurzeln entfernen
- 07:10 Orchidee neu einpflanzen
- 09:20 Pflanzenschutzmittel anwenden
- 11:30 Fazit und weitere Pflege
