Dann machst du es wahrscheinlich falsch – und du bist damit nicht allein. Die meisten Orchideenbesitzer gießen ihre Pflanzen so, wie sie es von anderen Zimmerpflanzen gewohnt sind. Aber Orchideen sind keine normalen Zimmerpflanzen.

Warum normales Gießen bei Orchideen nicht funktioniert

Orchideen sind Epiphyten – sie wachsen in der Natur auf Bäumen, nicht in Erde. Ihre Wurzeln sind darauf ausgelegt, schnell Feuchtigkeit aufzunehmen und dann wieder abzutrocknen. In der Natur werden sie von Regenschauern durchnässt, trocknen aber durch die Luftbewegung in den Baumkronen schnell wieder ab.

Wenn du regelmäßig kleine Mengen Wasser von oben gießt, passiert Folgendes: Das Wasser läuft durch das grobe Substrat hindurch, ohne die Wurzeln richtig zu durchfeuchten. Oder noch schlimmer: Es sammelt sich im Übertopf und die Wurzeln stehen im Wasser. Beides ist schlecht – einmal zu trocken, einmal zu nass.

Die richtige Methode: Tauchen

Meine bevorzugte Methode ist das Tauchen. Ich nehme den Innentopf aus dem Übertopf und stelle ihn für 10–15 Minuten in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser. Das Wasser sollte bis knapp unter den Topfrand reichen. In dieser Zeit saugen sich die Wurzeln und das Substrat vollständig mit Wasser voll.

Danach lasse ich den Topf gut abtropfen – mindestens 10 Minuten – und stelle ihn erst dann zurück in den Übertopf. So ist sichergestellt, dass kein Wasser im Übertopf steht. Die Wurzeln haben einen ordentlichen Schluck bekommen und können in den nächsten Tagen langsam abtrocknen.

🌿 Pflegetipp

Teste vor dem Gießen immer mit dem Finger: Fühlt sich das Substrat noch feucht an, warte noch einen Tag. Orchideen verzeihen Trockenheit besser als Nässe.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Gießen?

Vergiss feste Zeitpläne wie „jeden Sonntag gießen“. Der richtige Zeitpunkt hängt von der Jahreszeit, der Raumtemperatur, der Luftfeuchtigkeit und der Topfgröße ab. Die beste Orientierung bieten die Wurzeln: Sind sie silbrig-grau, ist es Zeit zum Gießen. Sind sie noch grün, warte noch.

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Bleib mit deinen Orchideen dran

Im Sommer gieße ich meine Orchideen alle 5–7 Tage, im Winter alle 10–14 Tage. Aber ich schaue immer auf die Wurzeln, nicht auf den Kalender. Ein weiterer guter Indikator: Hebe den Topf an. Ist er leicht, ist das Substrat trocken. Ist er noch schwer, ist noch Feuchtigkeit im Substrat.

Welches Wasser ist das beste?

Leitungswasser funktioniert in den meisten Regionen, aber es ist nicht ideal. Kalk im Wasser setzt sich auf den Wurzeln als weiße Kruste ab und blockiert die Nährstoffaufnahme. Idealerweise verwendest du Regenwasser, das du in einer Tonne sammelst. Alternativ geht auch gefiltertes Wasser oder abgestandenes Leitungswasser.

Ganz wichtig: Verwende immer lauwarmes Wasser, nie kaltes. Eiskaltes Leitungswasser schockt die tropischen Wurzeln. Zimmertemperatur oder leicht lauwarm (ca. 20–22 °C) ist perfekt.

💡 Gut zu wissen

Orchideen speichern Wasser in ihren fleischigen Blättern und Luftwurzeln. Deshalb vertragen sie kurze Trockenphasen deutlich besser als Staunässe. Die Wurzeln brauchen regelmäßig Luft.

Die häufigsten Gießfehler

Fehler Nummer eins: Wasser in den Blattachseln stehen lassen. Wenn beim Gießen oder Sprühen Wasser in die Mitte der Pflanze gelangt, tupfe es mit einem Küchentuch ab. Stehendes Wasser in den Blattachseln führt unweigerlich zu Kronenfäule – einer der häufigsten Todesursachen bei Orchideen.

Fehler Nummer zwei: Abends gießen. Gieße deine Orchideen immer morgens oder vormittags. So hat das Wasser den ganzen Tag Zeit abzutrocknen. Abends gegossene Pflanzen bleiben über Nacht feucht – ein Paradies für Pilze und Bakterien.

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Fazit

Richtiges Gießen ist die halbe Miete bei der Orchideenpflege. Wechsle vom Gießen zum Tauchen, orientiere dich an den Wurzeln statt am Kalender und verwende wenn möglich kalkfreies, lauwarmes Wasser. Diese drei einfachen Änderungen können die Gesundheit deiner Orchideen grundlegend verbessern. Versuch es – du wirst den Unterschied sehen!

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