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Orchideen richtig gießen (18)

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Orchideen richtig gießen (18)

Es ist leichter eine Orchidee zu ertränken, als sie vertrocknen zu lassen.

Viele Orchideen erleiden das gleiche Schicksal, der gut gemeinte Schluckwasser, bringt das Fass zum Überlaufen und die Orchidee fault weg. Die meisten von Euch werden Phalaenopsis auf der Fensterbank pflegen. Ich sehe es immer wieder, die besten und schönsten Orchideen, sind immer die, die am wenigsten beachtet werden und nur hier und da Wasser bekommen.


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Orchideen, mit Ausnahme der extremen Arten, benötigen deutlich weniger Gießvorgänge als viele denken. Doch es steckt in den Köpfen drin und es lässt sich nicht entfernen. „Orchideen stammt doch aus dem Regenwald“.

Richtig ist, da wo Orchideen sich wohlfühlen kann es durchaus auch richtig nass werden. Doch da ist meist von kurzer Dauer und durch die Witterung ist die Pflanze selbst schnell wieder trocken.

Im Grunde müssen wir das nur nachmachen. Das bedeutet nicht, dass wir jeden Tag für einen kurzen Regenschauer sorgen müssen. Denn fast jeder pflegt seine Orchideen im Topf. Das Substrat im Topf bleibt deutlich länger nass/feucht, als man denken könnte. Schnell kann somit die Orchidee, welche trocken erschein, plötzlich zu feucht stehen. Dies führt unweigerlich zu Fäulnis.

Doch es gibt auch hier Unterschiede in der Jahreszeit und im Verhalten der Pflanze. Im Winter wo das Wachstum deutlich verlangsamt ist, müssen die Wassergaben stark eingeschränkt werden. Hier reicht es völlig aus, wenn einmal im Monat gegossen wird. Außer die Pflanze steht sehr warm, dann muss entsprechend mehr gegossen werden. Wichtig ist, dass die Pflanze zwischen den Gießvorgängen abtrocknen kann. Dazu kann es helfen, die Orchidee hochzunehmen und ein Gefühl dafür zu bekommen, ob sie trocken ist oder das Substrat sich noch schwer anfühlt. Bei der Verwendung von mineralischem Substrat, wie z.B. Colomi, ist diese Methode sehr schwierig.

Steigen die Temperaturen und das Wachstum der Pflanze nimmt volle Fahrt auf, dann müssen die Wassergaben deutlich erhöht werden. Hier jedoch gilt auch, dass die Pflanze unter keinen Umständen dauernass stehen darf. Es gibt nur wenige Orchideenarten, die genau das immer haben wollen, bei Phalaenopsis ist das nicht gewünscht.

Orchideen werden kurz mit viel Wasser gegossen, anschliessliend muss das überschüssige Wasser aus dem Topf herauslaufen und erst dann wird die Pflanze zurückgestellt.

Es gilt auch darauf zu achten, dass das überschüssige Wasser sich im Übertopf oder in der Schale sammeln kann und so für zu viel Wasser in diesen Gefäßen sorgen kann, was wieder für dauernasse Wurzeln führt.

Kommen wir wieder zurück zum Thema Regenwald. Regen ist nicht nur kostenlos, sondern die beste Quelle für perfektes Gießwasser. Wohnt man in Regionen, wo es kein Regenwasser gibt, dann geht auch abgestandenes Wasser. Das Wasser selbst darf weder zu heiß noch zu kalt sein. Zimmerwarm ist genau richtig. Also immer am besten eine Gießkanne mit Wasser bereitstellen, so dass das Wasser die Raumtemperatur annimmt.

Achtet bei Gießen auch darauf, dass der Spross der Pflanze nach dem Gießen nicht nass bleibt. An warmen Sommertagen, kann, wenn morgens gegossen werden, das Wasser schnell verdunsten. Es wäre somit weniger schlimm, wenn die Pflanzen mit einem Gartenschlauch abgebraust werden. Im Winter jedoch kann auf der Pflanze verbliebenes Wasser schnell zu Pilzbefall oder Fäulnis führen.

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