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Epidendrum stellt innerhalb der Familie der Orchideen eine recht große Gattung mit über 1600 Arten dar. Sind sind überwiegend epiphytisch wachsend, nur vereinzelnd auf und zwischen Felsen zu finden. Epidendrum stellt in der neotropischen Flora einen wichtigen Teil der Orchideen dar.

Der Habitus von Epidendrum zeichnet sich durch ein kriechendes Rhizom aus, welches in regelmäßigen Abständen sogenannte Sympodien ausbildet, also einzelne Sprosse. Es gibt jedoch auch Arten die nur einen einzelnen Spross ausbilden und somit monopodial wachsen.

Die Blütenstände wachsen nach Abschluss des Sprosses aus der Spitze, meist aus einer Blütenscheide, heraus. Je nach Art ist der Blütanstand eine Dolde, Rispe oder einzelne Blüte.

Für mich sind die mehrblütigen Arten die echten Highlights, erst recht wenn mehrere Blütenstände zeitgleich am blühen sind. Gerade ältere Exemplare können regelrecht explodieren.

Es gibt jedoch auch sehr kleine Arten, die auf Grund ihrer unscheinbaren Art geradezu entzücken.

Herkunft und bevorzugte Lebensweise
Epidendrum ist fast in der gesamten Neotropis anzuteffen.

Einzelne Arten sind am nördlichsten Standort im subtropischen Südosten der USA zu finden, es gibt jedoch auch Arten die bis in den Süden von Argentinien zu finden sind.

An ihrem Naturstandort kommen sind in jahreszeitlich abhängig feuchten bis trockenen Wälder vor. Was ein wichtiger Hinweis für die Kultur ist. Der überwiegende Teil der Arten findet sich an den Naturstandorten im Kronenbereich hoher Bäume an den äußeren und sonnigen Bereiche. Einzelne Arten bevorzugen Humusansammlungen oder Nester von in Bäumen lebenden Ameisen. Auch das deutet auf die Kulturbedingungen dieser Gattung hin.

Es gibt jedoch auch echte Spezialisten unter den Epidendrum Orchideen. Arten die auf ruderalen Böden, Straßenrändern und Dünen, sehr gut zurecht kommen. Das Interessante ist, dass durch diesen Druck sich unter diesen Bedingungen schnell entwickeln zu müssen, diese Arten innerhalb kürzester Zeit zur Blüte kommen. Wo andere Arten ohne Druck mehrere Jahre benötigen, kommen diese bereits nach ein bis zwei Jahren zur Blüte.

Weitere Spezialisten kommen auch in den Grasländern der Anden (Páramos) und Tafelbergen (Tepui) vor. Tepuis sind durch Erosion entstandene bis knapp 3000 m hohe Berge mit einer senkrecht abfallenden Wand. Die Plateaus der Tepuis befindet sich somit weit über dem Regenwald und die Bedingungen unterscheiden sich somit sehr von denen im Regenwald. Auf Grund dieser räumlichen und klimatischen Trennung, sind die dort heimischen Arten die wahren Helden.

Kultur Bedingungen
Einen gattungstypischen und allgemeinen Kulturtipp ist schwierig.

Wie wir bereits erfahren haben, gibt es innerhalb der über 1600 Arten einige an extreme Situationen angepasste Arten. Eine allgemeine Kulturanleitung hier zu schreiben wäre somit recht schwierig.

Es ist also nur möglich die Bedingungen so zusammen zu fassen, dass die der größte Teil einen hellen bis sonnigen Standort bevorzugen. Nährstoffe und eine gute Wasserversorgung wird während der Wachstumszeit sehr bevorzugt. Arten mit einer ausgeprägten Ruhephase müssen diese bekommen, ohne völlig auszutrocknen. Staunässe ist auf jeden Fall zu vermeiden.

Über die Sommermonate freuen sich die Pflanzen auf einen Aufenthalt an einer geeigneten Stelle im Garten. Hier sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass Schnecken kein leichten Spiel haben.

Die im stationären Gartenhandel erhältlichen Hybriden sind auf eine reiche Blüte und einfache Kultur gezüchtet und sollten sich auf jeder Fensterbank gut entwickeln.